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2008

Samstag, 15. März 2008
19.00 Uhr
Ursulinenkirche St. Corpus Christi
Machabäerstr., Köln

Georg Philipp Telemann
Matthäus-Passion 1746

Ausführende:
Martina Lins-Reuber, Sopran
Joachim Diessner von Isensee, Altus
Lothar Blum, Tenor
Hidetoshi Seki, Bass
Polygon Barockensemble
Collegium Cantorum Köln
Ltg. Thomas Gebhardt

Eintritt: € 14,50 / ermäßigt € 8,50

 

Die Matthäus-Passion (1746) von Georg Philipp Telemann (1681-1767)

In unserem Musikleben spielen die jährlichen Aufführungen von Passionsmusiken eine bedeutende Rolle. Wir freuen uns, wenn wir jedes Jahr vertraute Musik wiederhören, und so gehen unsere Kenntnisse kaum über die beiden großen Passionsmusiken von Johann Sebastian Bach hinaus. Als diese Musiken entstanden, war die Erwartungshaltung aber eine ganz andere: Man wollte jedes Jahr etwas Neues hören, ähnlich wie heute im Kino immer neue Filme verlangt werden. Niemand hat dieser Erwartungshaltung so entsprochen wie Telemann: Er hat die immense Zahl von 54 Passionen hinterlassen. Während seiner langen Amtszeit als Kirchenmusikdirektor in Hamburg hat er 46 Jahre lang Jahr für Jahr eine neue Passion geschrieben, einstudiert und an den 5 Hamburger Hauptkirchen aufgeführt. Da stellt sich natürlich die Frage, ob sich diese Werke überhaupt unterscheiden? Nun, niemand in unserer Zeit hat alle diese Werke studiert, zumal zwei Dutzend von ihnen verloren gegangen sind. Aber Telemann hatte einen hohen Anspruch an sich, und er probierte immer wieder Neues aus. Die Matthäus-Passion von 1746 gilt als seine „französische“ Passion.

Warum dieser Beiname? Damals waren der italienische und der französische Musikstil prägend für ganz Europa. Auch in Deutschland komponierte man gerne in diesen Stilen. Dieser Vorliebe verdanken wir auch Bachs populäres Italienisches Konzert, das er zusammen mit einer französischen Ouvertüre als II. Teil seiner „Clavierübung“veröffentlichte. Die französische Ouvertüre ist bis heute weniger populär. Durchgesetzt hatte sich europaweit der italienische Stil: Viele bedeutende Musiker gingen nach Italien, um sich den letzten Schliff für ihre Karriere zu holen, wie zum Beispiel der junge Händel. Italienische Kapell- und Konzertmeister waren ein Exportschlager wie heutzutage brasilianische Fußballer: Kein Hof, der es sich leisten konnte, ließ sich die Chance entgehen, einen Italiener zu engagieren. Französische Musiker hingegen waren keine Exportartikel.

Telemann liebte solche Gegenüberstellungen wie in Bachs „Clavierübung“ ebenfalls. Seine Tafelmusik enthielt in jedem Teil eine französische Suite mit französischen Satzbezeichnungen und ein italienisches Concerto mit italienischen Satzbezeichnungen. Er schrieb auch zwei komplette Kantatenjahrgänge in den nationalen Stilen. Gegen den Trend der Zeit galt aber seine Vorliebe dem französische Stil, und es war kein Zufall, dass seine einzige größere Auslandsreise 1738 nach Paris führte, wo er sehr gefeiert wurde.

Die französische Matthäus-Passion bildet nach Meinung der Telemann-Forschung mit der italienisierenden Johannes-Passion vom vorangegangenen Jahr ein Paar. Was ist nun das französische an der Matthäus-Passion?

Erst einmal kommt sie uns nicht unvertraut vor, wenn wir an Bachs Werke denken. Der Aufbau ist der gleiche: Bibelwort, Choräle und Arien mit betrachtendem Charakter wechseln sich ab. Entscheidend sind die Rezitative, in denen Telemann den Bibeltext vertont. Sie sind sehr individuell gestaltet. Es gibt häufige Taktwechsel, um jedes Wort richtig betonen zu können. Die Generalbaßstimme hat mehr zu sagen als üblich, manche Stellen haben einen ariosen Charakter. Insgesamt sind die Rezitative, wie in Frankreich üblich, eher lyrisch, während in Italien die Dramatik im Vordergrund stand. So werden die Rezitative und damit der Evangelientext zum Zentrum des Werkes.

Vielen Hörern wird die Vertonung der Matthäus-Passion durch Bach vertraut sein. Durch das häufige Hören denkt man, der Evanglientext müsse gerade so und nicht anders in Musik gesetzt werden. Telemanns Rezitative sind manchmal denen Bachs nicht unähnlich. Wie Bach vertont auch er die Christusworte mit Streicherbegleitung (aber Telemann hat Bachs Werk mit Sicherheit nicht gekannt). Interessant und anregend sind die Unterschiede, die wir hören können, unterschiedliche Betonungen, unterschiedliche Gewichtungen. Im Vergleich wird man die Passionsgeschichte genauer hören als gewohnt.

© 2008 Joachim Risch

 
John Blow (1649-1708)

Coronation Anthems & Motets

Sonntag, 08. Juni 2008
18.30 Uhr
St. Maria in Lyskirchen, Köln
Musik im Gottesdienst

Samstag, 20. September 2008
19.00 Uhr
St. Andreas, An den Dominikanern, Köln
Konzert im Rahmen der »Musiknacht Köln« und des »Ökumenischen Kirchenmusikfestivals Köln«

Sonntag, 21. September 2008
9.30 Uhr
St. Bernhard, Hansenstr., Köln-Longerich
Gottesdienstgestaltung im Rahmen des »Ökumenischen Kirchenmusikfestivals Köln«

John Blow,

dessen 300. Todestag in diesem Jahr begangen wird, ist der allzu leicht vergessene, aber kaum weniger bedeutende etwas ältere Zeitgenosse Henry Purcells. Er war Purcells Lehrer, Freund, Kollege, Vorgänger und Nachfolger auf verschiedenen bedeutenden Posten der musikalischen Institutionen am englischen Hof in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der Zeit der englischen Restauration. Außer seiner Masque »Venus and Adonis«, die auch als erste eigentliche englische Oper bezeichnet wird, ist aus seiner Feder ein reiches Schaffen kirchenmusikalischer Werke überliefert.
Gemeinsam mit Purcell komponierte er die Musik zu verschiedenen englischen Krönungen. Zwei dieser Krönungsanthems sowie weitere Anthems, eine lateinische Motette und Service-Musik werden in unserem Programm zu hören sein.


PROGRAMM AM 08. JUNI 2008:

Lord, Thou know’st all my desire
Full Anthem with Verse
für Soli, Chor und Orgel (B. c.)

Salvator mundi
Motette à 5
für Chor und Orgel (B. c.)

Magnificat and Nunc dimittis
aus dem Short Service in F

Let my prayer come up
Full Anthem zur Krönung von William III. und Mary, 1689
für Chor und Orgel (B. c.)




PROGRAMM AM 20. SEPTEMBER 2008:

Let my prayer come up
Full Anthem zur Krönung von William III. und Mary, 1689
für Chor und Orgel (B. c.)

And I heard a great voice
Verse Anthem
für Soli, Chor, Streicher und B. c.

Lord, Thou know’st all my desire
Full Anthem with Verse
für Soli, Chor und Orgel (B. c.)

I beheld, and lo! a great multitude
Verse Anthem
für Soli, Chor, Streicher und B. c.

Salvator mundi
Motette à 5
für Chor und Orgel (B. c.)

God spake sometime in visions
Full Anthem with Verse zur Krönung von James II., 1685
für Soli, Chor, Streicher und B. c.


Ausführende
Collegium Cantorum Köln
Polygon Barockensemble
Ltg. Thomas Gebhardt

CD-Tipps zum Programm

John Blow (1649-1708), Anthems
Robin Blaze, Joseph Cornwell, Steven Varcoe, Winchester Cathedral Choir, The Parley of Instruments, David Hill
2 CDs DDD, Hyperion (P) 1995
Direkt bestellen bei jpc

 
MUSICA LATINA

Geistliche Musik des Barock aus Lateinamerika

Samstag, 15. November 2008
19.30 · Trinitatiskirche Köln, Filzengraben

Benefizkonzert zugunsten von Projekten in Kolumbien von "Brot für die Welt"
Eintritt frei – großzügige Spenden erbeten

Konzertprojekt in Zusammenarbeit mit »Brot für die Welt«

Geistliche Musik des 17. und 18. Jahrhunderts aus dem heutigen Peru, Bolivien, Mexiko und Kolumbien

 

Ausführende
Collegium Cantorum Köln
Polygon Barockensemle
Ltg. Thomas Gebhardt

„Musica Latina“ lautet der Titel dieses besonderen Konzerts, das am 15. November 2008 in der Kölner Trinitatiskirche stattfindet.
Anlässlich des fünfzigsten Geburtstages von „Brot für die Welt“ singt der Kammerchor Collegium Cantorum Köln, begleitet von den Instrumentalisten des Polygon Barockensembles unter Leitung von Thomas Gebhardt geistliche Musik der Kolonialzeit aus Lateinamerika. Dieses Programm wird als Benefizkonzert zur Unterstützung der Menschenrechtsarbeit von Partnern von „Brot für die Welt“ in Kolumbien durchgeführt.
Barocker Musikstil in der Sprache der Ureinwohner Lateinamerikas, alte Instrumente gepaart mit afrikanisch beeinflussten Rhythmen: was überraschend anmutet hat tatsächlich eine lange Tradition. In den Kathedralarchiven und Klöstern Boliviens, Perus, Kolumbiens und Mexikos überdauerten nahezu unfassbare Schätze an Handschriften mit Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Diese ganz eigene Musik ist in Europa kaum bekannt. Ihren besonderen Reiz gewinnt sie daraus, dass sie europäische Stile der Renaissance und des Barock anreichert mit der Musik der afrikanischen Sklaven und der Ureinwohner. Sie ist dadurch viel temperamentvoller und rhythmischer als es in Mitteleuropa denkbar war. Neben spanischen und lateinischen Texten werden Werke in alten Sprachen wie Quechua, Nahuatl und Chiquitano zu hören sein.


Werke von Araujo, Hidalgo, Torrejón und anderen

CD-Tipps zum Programm

New World Symphonies
Baroque Music from Latin America I
Padilla: Missa Ego flos campi; Ut queant laxis
+Fernandes: Xicochi conetzintle
+Araujo: Los coflades de la esteya
+Lobo: Versa est in luctum
+Franco: Salve Regina
+Zipoli: Missa San Ignacio (Kyrie & Gloria)
+Zespedes: Convidando esta la noche
+Anonymus: Hanaq pachap kusikuynin;
Qhapaq eterno Dios
Ex Cathedra, Jeffrey Skidmore
DDD Hyperion (P) 2001 · € 18,99
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Moon, Sun & all things
Baroque Music from Latin America II
Padilla: Deus in adiutorium
+Araujo: Dixit Dominus;Ay, andar
+Salazar: Salga el torillo hosquillo
+Zipoli: Beatus vir; Ave maris stella
+Fernandes: Viva Ignacio Viva!
+Capillas: Laudate Dominum; Magnificat; Cui luna, sol et omnia
+Franco: Dios itlazonantzine
+Sumaya: Albricias, mortales
+Anonymus: Dulce Jesus mio; Hanacpachap cussicuinin
Ex Cathedra, Jeffrey Skidmore
SACD Hyperion (P) 2001 · € 18,99
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Juan de Araujo (1646-1712), Fire Burning in Snow
Geistliche Werke
Dixit Dominus; Silencio; Dime, amor; A, de la region de luces; A, de cielo; Fuego de amor; En el muy gran Padre Ignacio; Dios de amor; A del tiempo
+ Salazar: Salga el torillo hosquillo
+ Anonymus: Hanacpachap cussicuinin (Verse 1-20)
Ex Cathedra, Jeffrey Skidmore
SACD Hyperion (P) 2007 · € 18,99
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Villancicos y Danzas Criollas 1550-1750
Werke von Aranes, Guerrero, Flecha, Bocanegra, Velasco, Zespedes, Cererols, Anonymus
La Capella Reial de Catalunya, Hesperion XXI, Jordi Savall
DDD Alia Vox (P) 2003 · € 19,99
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¡A la Xácara!
»The Jungle Book of the Baroque«
Werke von Araujo, Fernandes, Gonzales, Padilla, Ribayaz, Hidalgo, Pascual & anonymen Meistern
Ensemble Villancico, Peter Pontvik
DDD Caprice Records (P) & (C) 2000 · € 17,99
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Corpus Christi a Cusco
Barockmusik aus Lateinamerika
Werke von Hidalgo, Velasco, Araujo, Quispe, Cabanillas, Urrede, Anonymus
Schola Cantorum Cantate Domino, Ensemble Elyma, Gabriel Garrido
DDD K617 (P) 2005 · € 19,99
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Musique à la Cathédrale Santa Fé de Bogotá
Lateinamerikanische Barockmusik – Kolumbien
Herrera: Misa de Difuntos (Requiem); A la fuente de bienes
+ Werke von Cascante, Torices, Durango & anonymen Meistern
Camerata Renacentista de Caracas, Isabel Palacios
DDD K617 (P) 1997 · € 10,99
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