ANTONITERKIRCHE

Antoniterkirche
Schildergasse 57
50667 Köln

Nähe Neumarkt
U-Bahn: Neumarkt KVB-Linien 1, 3, 4, 7, 9, 16, 18






Die evangelische Antoniterkirche ist eine gotische Kirche in der Kölner Innenstadt. Ihre zentrale Lage auf der Einkaufsstraße Schildergasse macht sie nach dem Dom zur meistbesuchten Kirche Kölns. Überregional bekannt wurde die Antoniterkirche als Veranstaltungsort des »Politischen Nachtgebets«.

Der Antoniter-Orden errichtete in einer Bauzeit von 1350 bis 1370/78 an dieser Stelle ein Kloster. Zu diesem Kloster gehörte auch die Kirche, die im damals üblichen gotischen Stil errichtet wurde. Die dreischiffige, gewölbte Basilika mit einem polygonalen Chor – das nördliche Seitenschiff weist einen eigenen Schlusschor auf – entspricht einer typischen Kirche eines Bettelordens. Demnach wurde auf einen Turm verzichtet.

Während der französischen Besetzung Kölns 1794 wurden die Klöster aufgelöst. Die durch die Franzosen zugebilligte Religionsfreiheit machte es auch den protestantischen Gemeinden Kölns endlich möglich, ihre Gottesdienste öffentlich zu feiern. Die Franzosen boten den Kölner Protestanten 1802 einige der ehemaligen Klosterkirchen an, wobei die Wahl auf die Antoniterkirche fiel. Zu der Übernahme am 6. August 1802 gehörten auch einige der ehemaligen Klostergebäude.

In den Jahren 1802–1805 wurde die Kirche für die Bedürfnisse des evangelischen Gottesdienstes umgebaut. Unter anderem wurden einige Pfeiler entfernt, Emporen in den Seitenschiffen und im Westen eingebaut und ein Kanzelaltar errichtet. So fasste die relativ kleine Kirche bei ihrer Wiedereröffnung als evangelisches Gotteshaus am Rogatesonntag 1805 etwa 800 Menschen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts besaß die evangelische Gemeinde Kölns mehrere größere und repräsentative Kirchen, wie die Trinitatiskirche. Daher wurde die drangvolle Enge der Antoniterkirche unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte durch einen weiteren Umbau beendet: Die Seitenemporen wurden wieder entfernt, ebenso der Kanzelaltar, der den Blick auf den gotischen Chorraum weitgehend verstellt hatte.

Am 31. Mai 1942 zerstörte ein Luftangriff die Kirche weitgehend. Nach einem Entwurf Ferdinand Franz Wallrafs erfolgte 1946–1952 der Wiederaufbau. Im Westen wurde ein neuer Eingangsbereich mit Orgelempore errichtet, während der Rest der Kirche unter Einbeziehung der noch stehenden Teile wieder errichtet wurde. Weitere Bauarbeiten dienen nur noch der Renovierung und Konservierung des Bauwerks. Am 18. Mai 1952 konnte erstmals wieder ein Gottesdienst gefeiert werden.

1954 wurde der Dachreiter errichtet und 1961–1964 ein Westbau angefügt. 1979/80 erhielt das Innere die originalgetreue farbliche Gestaltung des Mittelalters. 1994/96 wurde das Mauerwerk der Längsfassaden erneuert und 2006 das Westwerk saniert.

Die Orgel der Orgelbaufirma Willi Peter aus Köln-Mülheim wurde 1969 eingebaut und verfügt über drei Manuale und Pedal. 1995 wurde sie neu disponiert und hat seitdem 37 Register.