Generationenhaus an St. Bernhard, Köln-Longerich

Geschichte der Chorgemeinschaft

Musikalische Leitung
Thomas Gebhardt · Tel. 0221-5105011

Vorstand
Ursula Birkholz · Tel. 0221-5992416
Christine Birkholz
Michael Schiefer

Probentermin
Donnerstags, 19.30-21.30

Probenort
im Probenraum der Kirche St. Bernhard
Hansenstr. 39a
50737 Köln-Longerich

Chorgemeinschaft (an) St. Bernhard

1956 wurde der Grundstein für die sogenannte »Katholikentags-Siedlung« gelegt. Sie glich einem frisch bebauten Acker inmitten von Getreidefeldern. Das kirchliche Leben spielte sich damals noch in der Gemeinde Christ König ab. Erst im Jahr 1961 wurde dann mit dem Bau von St. Bernhard begonnen. Dem späteren Pastor Sporer war es nun ein Anliegen, die für Dezember geplante Einweihung der neuen Pfarrei aus den eigenen Reihen musikalisch festlich zu gestalten. Zu diesem Zweck trafen im Mai 1961 fünfzehn Damen und Herren als Kirchenchor St. Bernhard unter der Leitung von Herrn Paul Liebelt zusammen. Einstudiert wurde die »Missa Octavi toni« von Orlando di Lasso, die dann auch zur Einsegnung der neuen Kirche am 3. Dezember 1961 zur Aufführung kam. Im Sommer 1962 übernahm Hubert Baumanns, Küster und Organist in St. Bernhard, die Chorleitung. Trotz der Liturgiereform wurde am Singen lateinischer Messen und gregorianischer Choräle festgehalten. Mit der Anschaffung der Klais-Orgel erweiterte sich das Chorspektrum dann auf Messen für Chor und Orgel. Unter der Leitung von Hubert Baumanns (1962-68), Wolfgang Wermelskirchen (1968-72), Joseph Adler (1973-76), Joachim Gerbens (1977-81), Michael Engelmayer (1981-99) entwickelte sich der Chor zu einer nicht aus dem Gemeindeleben und aus der Liturgie wegzudenkenden Institution. Es hatte sich eine begeisterte Gruppe von Menschen zusammengefunden, die es sich zum Auftrag gemacht hatten, Musik als Gottes Verkündigung zu leben. Dabei erweiterte sich das musikalische Repertoire auf die verschiedensten Musikstile und Epochen.

Der Chor beschränkte sein Tun jedoch nicht auf die eigene Gemeinde, sondern suchte immer wieder den Kontakt zu Gleichgesinnten. So entstanden im Lauf der Jahrzehnte zum Teil enge Freundschaften zu Partnerchören in Lille und Rostock. Besuche und Gegenbesuche bereicherten menschliche und musikalische Beziehungen. Um zum Ausdruck zu bringen, daß aus einer Gruppe eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, mit echten Freundschaften durchsetzt, entstanden war, benannte sich der Chor 1979 in »Chorgemeinschaft St. Bernhard« um.

In dieser bewährten Tradition fährt der Chor, der seit 1999 von Thomas Gebhardt geleitet wird, auch im fünften Jahrzehnt seines Bestehens fort. Unter seiner Leitung wurde im November 2000 in zwei vom Publikum begeistert aufgenommenen Konzerten das Oratorium »Die Schöpfung« von Joseph Haydn gemeinsam mit Solisten, dem Kammerchor Collegium Cantorum Köln und dem »Neuen Rheinischen Kammerorchester Köln« zur Aufführung gebracht, sicherlich ein Höhepunkt in der jüngeren Chorgeschichte. Auch die Aufführungen von Benjamin Brittens Kantate »Saint Nicolas« im Dezember 2001 gemeinsam mit dem Kinderchor und dem Collegium Cantorum Köln darf man wohl ohne weiteres als etwas ganz Besonderes erwähnen. Im Mai 2004 wirkte der Chor in der »Konzertanten Nacht« beim 4. Ökumenischen Kirchenmusikfestival Köln mit. Der Live-Mitschnitt dieses Konzerts mit der Kantate »The World of the Spirit« von Benjamin Britten wurde vom Hörfunkprogramm WDR3 aufgezeichnet und gesendet.

In der heutigen Zeit, da sich die Kirchenmusik vielerorts schwer damit tut, Nachwuchs zu sichern, schätzt sich die Chorgemeinschaft St. Bernhard glücklich, dass immer noch 45 hochmotivierte Sängerinnen und Sänger, darunter auch Jugendliche und junge Erwachsene dazugehören. Durch strukturelle Änderungen im Erzbistum Köln und damit verbundene Einschnitte in die Arbeit und das Alltagsleben des Chores ergab es sich, dass der Chor seit Februar 2007 sein Dasein ohne Unterstützung der Kirchengemeinde selbst organisiert und trägt. Die (geringfügige) Umbenennung in »Chorgemeinschaft an St. Bernhard« wurde dabei zum äußeren Zeichen für die örtliche und emotionale Verbundenheit zur Kirche und zum Kirchort St. Bernhard in Köln-Longerich.

Seither wird vor allem durch den Verein zur Förderung der Chormusik an St. Bernhard (VFCB) und die Zusammenarbeit mit dem Generationenhaus an St. Bernhard und anderen Trägern dafür gesorgt, dass eine finanzielle Absicherung möglich ist, die unter anderem gezielt für Kinder- und Jugendchorarbeit aufgewendet wird, damit auch in kommenden Jahren Nachwuchs nicht ausbleibt und die musikalischen Möglichkeiten insgesamt nicht ärmer werden.

So beging der Chor 50-jähriges Jubiläum mit einem großen Festkonzert zum Thema »Gloria in excelsis Deo« in der Longericher Immanuelkirche, bei dem wir uns über die Mitwirkung unserer Freunde aus Frankreich und des Kammerchores Collegium Cantorum Köln sowie des Jugendchores freuen durften. Zur Aufführung kamen die Messa di Gloria von Giacomo Puccini und das Gloria von Francis Poulenc. Auch nach dem großartigen Jubiläumsjahr hat die Chorgemeinschaft immer wieder neue Pläne und Programme für die bevorstehenden Jahre und trägt so nach wie vor zum kulturellen Leben im Kölner Norden bei – zuletzt eindrucksvoll mit den »BRITTEN DAYS«, einem einzigartigen Festival anlässlich des 100. Geburtstags von Benjamin Britten. Im Herbst 2015 folgte ein festliches Konzert zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit. 2017 steht ein Konzert zum Jubiläum »500 Jahre Reformation« bevor.

Die Chorgemeinschaft sieht sich als Einrichtung, die ihren Mitgliedern Spaß und Freude am Singen, aber auch Rückhalt und Geborgenheit in der Gemeinschaft vermittelt. Sie will transparent und offen für jedermann sein. Natürlich soll auch weiterhin die Liturgiegestaltung eine wesentliche Rolle in der Ausrichtung des Chores bleiben, da diese Institution ihre Aufgabe darin sieht, auf musikalische Weise Glauben zu verkünden. Darüber hinaus ist sie sich aber bewußt, dass Musik als Sprache zur Verständigung zwischen Menschen und als Anknüpfungspunkt an christliches Leben dienen kann. Das will sie zeigen, und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei mitzutun.

Wer den Chor und die Chormusik nicht oder nicht »nur« mit seiner Stimme unterstützen kann, ist herzlich willkommen, dem Förderverein VFCB als Mitglied beizutreten. Beiträge oder Spenden an diesen als gemeinnützig eingetragenen Förderverein können steuerlich geltend gemacht werden.