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PRESSE
 

Kölnische Rundschau, 16.04.2009
RHEIN-ERFT

In der Tradition der Klassik
Deutsche Messe von Ulrich Harbecke in Paris uraufgeführt
Von HANNA STYRIE

ERFTSTADT. Gut neun Jahre ist es her, dass Ulrich Harbecke zum 150-jährigen Bestehen des Männer-Gesang-Vereins Lechenich eine "Jubelmess in rheinischer Mundart" komponiert hat. Das gut zwanzigminütige Werk war seinerzeit ein so großer Erfolg, dass Harbecke schon damals eine Variante für gemischten Chor auf Hochdeutsch plante. Diese erlebte kürzlich ihre Uraufführung in einer Kirche von Paris.
Den letzten Anstoß zur hochdeutschen Fassung hatte der Sohn des Komponisten gegeben, der im "Collegium Cantorum Köln" im Tenor mitsingt. Zwischen zwei großen Aufführungen bot sich im Programm des 25-köpfigen Ensembles "Raum für etwas Kleines". Da kam die "Deutsche Messe" mit ihren Lobgesängen in klassisch-romantischer Tradition gerade recht; die Begleitung durch vier Holzbläser und Orgel warf ebenfalls keine Probleme auf. Der Chor unter Leitung von Thomas Gebhardt fand jedenfalls schnell Gefallen an den lebendigen, innigen Melodien, die der Komponist sich hatte einfallen lassen.
Der Erftstädter Komponist (Jg. 1943) ist ein Multitalent. Viele Jahre war er als Redakteur beim WDR für den Programm-Bereich Bildung, Religion und Philosophie zuständig [...]
Die Idee, das Werk in der französischen Hauptstadt aufzuführen, verdankt sich der langjährigen Freundschaft Harbeckes mit Jacques Gaillot, einem französischen Bischof, der sich wegen seines politischen Engagements und seines engagierten Eintretens für Obdachlose und von Abschiebung bedrohte Ausländer in der Kirche unbeliebt gemacht hatte.
[...]
Die Uraufführung des Werks in der nahe dem Panthéon gelegenen Kirche war ein Geschenk an Gaillot, der an diesem Morgen die Messe zelebrierte. "Die Aufführung war so schön, wie ich sie mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt habe", begeisterte sich Harbecke [...] Die Kirche hat eine wunderbare Akustik; ich habe eine große Empfänglichkeit für die Musik verspürt und die Sänger haben ihre Seele gegeben".
In diesen Tagen nimmt Harbecke mit dem Collegium Cantorum eine CD auf, die dann an die Kantoren im Kreis verschickt werden soll. "Jeder Kirchenchor kann die Messe nachsingen", ist Ulrich Harbecke überzeugt.




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